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Vollbeschäftigung bezeichnet einen wirtschaftspolitisch erwünschten Zustand, bei dem die Zahl der Arbeitsanbieter und die der Arbeitsnachfrager übereinstimmt. Auf dem Arbeitsmarkt würde sich somit ein Gleichgewicht einstellen und es gäbe keine Arbeitslosigkeit. Tatsächlich ist Vollbeschäftigung aber kaum realisierbar. Bei Vollbeschäftigung kommt es zu einer vollständigen Auslastung aller Produktionsfaktoren. Weil sie aber de facto nicht existiert und auch unter realistischen Bedingungen nicht existieren kann, spricht man bereits ab einer Arbeitslosenquote unter 2% von Vollbeschäftigung. Ein echter und verbindlicher Konsens über diesen Wert konnte aber bislang nicht getroffen werden, zumal dieser Wert im Lauf der Geschichte an die Gegebenheiten aus Politik und Sozialsystem angepasst wurde.

In einer Planwirtschaft wie der ehemaligen DDR herrschte tatsächlich dauerhafte Vollbeschäftigung, allerdings zum Preis von allgemeinem Wohlstand der Gesellschaft. Vielernorts wurden Arbeitskräfte in sehr unproduktiven oder sogar kontraproduktiven Arbeitsplätzen eingesetzt, einzig um ihnen de facto eine Beschäftigung liefern zu können. Dadurch stiegen aber die Ausgaben der Unternehmen in nicht mehr wirtschaftlich tragbare Höhen und mussten von der Zentralregierung durch Subventionen übernommen werden. Die Folge ist eine Umverteilung des Wohlstands und eine Glättung des allgemeinen Niveaus. Statt Gelder für wünschenswertere Investitionen bereitzustellen, beispielsweise Bildung oder Infrastruktur, wurden sie für die Erhaltung unproduktiver und unrentabler Arbeitsplätze ausgegeben.