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Saisonale Arbeitslosigkeit ist ein Teil der gesamten Arbeitslosigkeit einer Ökonomie und entsteht, wenn die Unternehmen nur zu bestimmten Zeiten ihre Produkte am Markt anbieten können. Charakteristisch für saisonale Arbeitslosigkeit ist eine Nachfrage, die nur in einem bestimmten Teil des Jahres herrscht. Haben betroffene Unternehmen keine Möglichkeit ihre Produktion während eines solchen Nachfrageausfalls durch andere Waren oder Dienstleistungen zu verlagern, müssen sie einen Teil ihrer Belegschaft entlassen, um somit als Betrieb an sich bestehen zu können. Diese Schwankungen der Nachfrage sind ex ante kaum eindeutig festzustellen.

Beispiele Bearbeiten

  • Baugewerbe: Oftmals kann im Winter aufgrund schlechten Wetters und erhöhter Risikofaktoren nicht gearbeitet werden und Baustellen müssen vorher abgeschlossen sein oder liegen in dieser Zeit brach.
  • Landwirtschaft: Die Erträge aus dem Anbau von Gemüsepflanzen hängen von der Saison ab. So werden daher im Frühling zur Spargelsaison viele Leiharbeiter engagiert, um die Nachfrage zu decken und den Spargel schnell zu ernten.
  • Gastronomie: zu Ferienzeiten oder an Feiertagen vermelden Hotels und Tourismusbüros deutlich mehr Gäste und Reisewilige. Besonders im Sommer zur Hauptsaison macht sich dies erkennbar. Eisdielen erzielen im Sommer nahezu ihr gesamtes Jahreseinkommen, während Skigebiete demenstprechend im Winter besucht werden.

Eine mögliche Gegenmaßnahme ist die Ausweitung auf solche Produkte, die weitaus weniger Schwankungen unterliegen oder gar entgegengesetzt schwanken. So könnten sich Firmen aus dem Baugewerbe im Winter auf Innenbereiche konzentrieren. Lebensmittelerzeuger produzieren meist mit den gleichen Grundstoffen verschiedene Artikel, die individuell an die Jahreszeit angepasst sind. Im Winter werden dann Weihnachtsmänner aus Schokolade und Zimtsterne angeboten, zu Ostern Schokoladenhasen und im Sommer verschiedenes Eis. Eine solche Anpassung verringert saisonale Arbeitslosigkeit erheblich.

Ein einzelner Betroffener kann unter Umständen während der Zeit seiner Freisetzung eine andere, zeitlich begrenzte Tätigkeit finden, um die negativen Folgen der Arbeitslosigkeit zu mildern, bis der Betrieb seine Produktion wieder aufnimmt und meistens auf genau diejenigen Arbeitskräfte zurückgreift, die er auch vor der Schwankung beschäftigte. Bei einer relativ kleinen Zahl an saisonal anfälligen Arbeitsplätzen greifen Betriebe heutzutage vermehrt auf Leiharbeiter zurück, um flexibel auf Schwankungen im Markt reagieren zu können.