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IS-LM
IS-LM1
IS-LM2

Das IS-LM-Modell ist ein Modell der Volkswirtschaftslehre und beschreibt ein Gleichgewicht auf dem Güter- und Geldmarkt. Das Mundell-Fleming-Modell ist eine Erweiterung um die Zahlungsbilanz des Staats, während das AS-AD-Modell den Arbeitsmarkt mit einbezieht.

Die IS-Kurve beschreibt diejenige Kombination aus Volkseinkommen Y und Realzins i, bei dem der Gütermarkt im Gleichgewicht ist, die LM-Kurve beschreibt das gleiche für den Geldmarkt.

Konstruktion Bearbeiten

IS Bearbeiten

Das Volkseinkommen Y entspricht der Summe aus dem für den Konsum C verfügbaren Einkommen (d.h. ohne Steuerleistungen T), den autonomen Investitionen I und dem autonomen Staatskonsum G, also den gesamtwirtschaftlichen Ausgaben.

$ Y = C(Y - T) + \overline{I} + \overline{G} $

mit: $ \overline{I} = I(r), I'(r) < 0 $

Die IS-Kurve hat einen fallenden Verlauf. Je höher der Zins, desto mehr sinkt das Einkommen, weil steigende Zinsen für teuerere Investition sorgen, diese also damit abnehmen.

Nebenrechnung:
$ dY - C'(Y-T) \cdot dY $
$ = I'(r)dr + d \overline G, d \overline G = 0 $

$ dY \cdot (1- C'(Y-T)= I'(r)dr $
$ \frac {1-C'(Y-T)}{I'(r)} = \frac {dr}{dY} < 0 $


Die Steigung wird formal ermittelt, indem das totale Differenzial gebildet wird.

$ \frac {dr}{dY} = \frac {1-C'(Y-T)}{I'(r)} < 0 $


LM Bearbeiten

Die Geldnachfrage entspricht im Gleichgewicht dem Geldangebot der Zentralbank, bestehend aus Geldmenge M und dem Preisniveau P. Die Nachfrage teilt sich auf in die Nachfrage Lr als Transaktionskasse (Geld, das für den Konsum bestimmt ist) und Ly als Spekulationskasse (Geld, das in Form von Wertpapieren gehandelt wird).

$ \frac {M}{P} = L(r,Y) $

mit: $ \frac {\partial L(r,Y)}{\partial r} < 0 , \frac {\partial L(r,Y)}{\partial Y} > 0 $

Nebenrechnung:
$ 0 = \frac {\partial L(r,Y)}{\partial Y} + \frac {\partial L(r,Y)}{\partial r} $

$ - \frac {\partial L(r,Y)}{\partial r} = \frac {\partial L(r,Y)}{\partial Y} $
$ \frac {dr}{dy} = - \frac {\partial L(r,Y)/\partial Y}{\partial L(r,Y)/\partial r} > 0 $


Die Steigung der LM-Kurve ist positiv, weil mit einem erhöhten Einkommen auch die Nachfrage nach Geld steigt, was aber auch gleichzeitig einen Anstieg des Zinsniveaus impliziert.

Die formale Ermittlung erfolgt ebenfalls über das totale Differenzial.

$ \frac {dr}{dy} = - \frac {\partial L(r,Y)/\partial Y}{\partial L(r,Y)/\partial r} > 0 $


Fazit Bearbeiten

Liegt in einer rezessiven Ökonomie Arbeitslosigkeit aufgrund gesamtwirtschaftlich zu geringen Ausgaben vor, so empfiehlt das Modell dem Staat:

  • seine Ausgaben G zu erhöhen,
  • die direkten Steuern T zu senken,
  • oder die Geldmenge M zu erhöhen,

um dadurch eine Multiplikatorwirkung auszulösen, die für einen Anstieg von Volkseinkommen und Beschäftigung sorgt. Dies wird deficit spending genannt. Umgekehrt sollte der Staat in Hochkonjunkturphasen seine Ausgaben wieder zurückfahren, was als surplus saving bezeichnet wird. Ergo soll sich der Staat antizyklisch verhalten, um Schwankungen auszugleichen.