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IAS 20 regelt die Bilanzierung und Bewertung von Zuwendungen und anderen Beihilfen der öffentlichen Hand. Gemeint sind dabei oft Zuwendungen des Staats oder eines Bundeslands.

Anwendungsbereich Bearbeiten

IAS 20 ist nicht anzuwenden auf [IAS 20.2]

  • die besonderen Probleme, die sich in Zusammenhang mit der Bilanzierung von Zuwendungen der öffentlichen Hand in Abschlüssen ergeben, welche die Auswirkungen von Preisänderungen berücksichtigen;
  • Unterstützungen der öffentlichen Hand in Form von Vergünstigungen bei der Ermittlung des zu versteuernden Einkommens;
  • Beteiligungen der öffentlichen Hand an Unternehmen; sowie
  • Zuwendungen der öffentlichen Hand, die von IAS 41: Landwirtschaft abgedeckt werden.

Bilanzierung von Zuwendungen Bearbeiten

Eine Erfassung von Zuwendungen der öffentlichen Hand erfolgt nur dann, wenn eine angemessene Sicherheit dafür besteht, dass (a) das Unternehmen die damit verbundenen Bedingungen erfüllen wird und (b) die Zuwendungen gewährt werden [IAS 20.7].

Die Zuwendungen sind planmäßig über jene Perioden als Ertrag zu erfassen, in denen die entsprechenden Aufwendungen anfallen, die sie kompensieren sollen [IAS 20.12].

Nicht-monetäre Zuwendungen wie bspw. Grund und Boden werden üblicherweise zum beizulegenden Zeitwert bilanziert, allerdings dürfen sowohl der Vermögenswert als auch die Zuwendung auch mit dem Nominalbetrag angesetzt werden [IAS 20.23].

Auch wenn die Beihilfe an keine Bedingungen knüpft, die direkt in Zusammenhang mit der Geschäftstätigkeit des Unternehmens stehen (abgesehen von der Forderung, in bestimmten Regionen oder Branchen tätig zu sein), sind die Zuwendungen nicht direkt im Eigenkapital zu erfassen [SIC-10].

Eine Zuwendung für bereits angefallene Aufwendungen oder Verluste oder zum Zwecke der sofortigen finanziellen Unterstützung ohne zukünftig damit verbundenen Aufwand ist als Ertrag in der Periode zu erfassen, in der der entsprechende Anspruch entsteht [IAS 20.20].

Zuwendungen für Vermögenswerte können auf zweierlei Weise dargestellt werden [IAS 20.24]:

  • als passivischer Abgrenzungsposten oder
  • als Abzugsposten vom Buchwert des Vermögenswerts

Erfolgsbezogene Zuwendungen können getrennt als 'sonstige Erträge' dargestellt oder von den zugehörigen Aufwendungen abgezogen werden [IAS 20.29].

Falls eine Zuwendung rückzahlungspflichtig wird, ist dies als Berichtigung einer Schätzung zu behandeln. Die Rückzahlung einer erfolgsbezogenen Zuwendung ist zunächst mit dem nicht amortisierten, passivischen Abgrenzungsposten aus der Zuwendung zu verrechnen, der übersteigende Betrag ist als Aufwand zu verrechnen. Die Rückzahlung einer Zuwendung für Vermögenswerte ist durch Zuschreibung des Buchwerts des Vermögenswerts oder durch Verminderung des passivischen Abgrenzungspostens zu korrigieren. Die kumulative Abschreibung, die bei einem Fehlen der Zuwendung zu erfassen gewesen wäre, ist direkt als Aufwand zu buchen [IAS 20.32].

Angaben zu Zuwendungen der öffentlichen Hand Bearbeiten

Folgende Angaben sind zu tätigen [IAS 20.39]:

  • die auf die Zuwendungen angewandten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden, einschließlich der Art der Darstellung im Abschluss;
  • Art und Umfang der im Abschluss erfassten Zuwendungen;
  • unerfüllte Bedingungen und andere Erfolgsunsicherheiten im Zusammenhang mit erfassten Zuwendungen

Beihilfen der öffentlichen Hand Bearbeiten

Zuwendungen der öffentlichen Hand umfassen keine Beihilfen der öffentlichen Hand, die sich nicht angemessen bewerten lassen, wie bspw. technische oder Marketingberatung [IAS 20.34]. Die Angabe derartiger Vergünstigungen ist vorgeschrieben [IAS 20.39(b)].

Quellen Bearbeiten