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IAS 18 regelt die bilanzielle Behandlung von Erlösen aus bestimmten Arten von Geschäftsvorfällen und Ereignissen.

Grundlegende Definition Bearbeiten

Ertrag ist der aus der gewöhnlichen Tätigkeit eines Unternehmens (wie dem Verkauf von Gütern und Dienstleistungen, Zinsen, Nutzungsentgelte, Dividenden) resultierende Bruttozufluss wirtschaftlichen Nutzens (Zahlungsmittel, Forderungen, sonstige Vermögenswerte) [IAS 18.7].

Bemessung der Erträge Bearbeiten

Erträge sind zum beizulegenden Zeitwert (Fair Value) der erhaltenen oder zu beanspruchenden Gegenleistung zu bemessen [IAS 18.9]. Der Tausch von Gütern und Dienstleistungen, die gleichartig und gleichwertig sind, ist kein Geschäftsvorfall, der einen Ertrag bewirkt. Der Tausch unterschiedlicher Güter oder Dienstleistungen generiert hingegen Erträge [IAS 18.12].

Ist der Zufluss der Zahlungsmittel oder Zahlungsmitteläquivalente zeitlich verzögert, liegt der beizulegende Zeitwert der Gegenleitung unter dem Nominalwert der zu beanspruchenden Zahlungsmittel oder Zahlungsmitteläquivalente, so dass eine Abzinsung sachgerecht ist. Dies kommt vor, wenn beispielsweise das Unternehmen dem Käufer einen zinslosen Kredit einräumt oder unter dem Marktzins liegende Zinsen berechnet. Der zu berücksichtigende Zinssatz hat sich am Marktzinssatz zu orientieren [IAS 18.11].

Verkauf von Gütern Bearbeiten

Für die Erfassung von Erlösen auf dem Verkauf von Gütern müssen alle folgenden Kriterien erfüllt sein [IAS 18.14]:

  • Das Unternehmen hat die maßgeblichen Rechte, Risiken und Chancen auf den Käufer übergetragen, die mit dem Eigentum verbunden sind
  • dem Unternehmen verbleibt keine bestehende Einflussnahmemöglichkeit wie etwa ein Eigentumsanspruch, noch die tatsächliche Verfügungsmacht über die verkauften Güter
  • die Höhe der Erlöse kann verlässlich bestimmt werden
  • es ist hinreichend wahrscheinlich (>50%), dass dem Unternehmen der wirtschaftliche Nutzen aus dem Verkauf zufließen wird
  • die im Zusammenhang mit dem Verkauf angefallenen oder noch anzufallenden Kosten können verlässlich bestimmt werden.

Erbringung von Dienstleistungen Bearbeiten

Erträge aus Dienstleistungsgeschäften sind gemäß des Fertigstellungsgrades des Geschäfts am Bilanzstichtag zu erfassen (die sog. Percentage-of-Completion-Methode), sofern die folgenden Kriterien erfüllt sind [IAS 18.20]:

  • die Höhe der Erträge kann verlässlich bestimmt werden;
  • es ist hinreichend wahrscheinlich (>50%), dass der wirtschaftliche Nutzen dem Unternehmen zufließen wird
  • der Fertigstellungsgrad am Bilanztag kann verlässlich bestimmt werden
  • die angefallenen und noch anzufallenden Kosten können verlässlich bestimmt werden.

Andernfalls sind Erträge aus dem Dienstleistungsgeschäft nur in dem Maße zu erfassen, wie die angesetzten Aufwendungen wiedererlangt werden können (ein "Kostenerstattungsansatz") [IAS 18.26].

Zinsen, Nutzungsentgelte, Dividenden Bearbeiten

Zinsen, Nutzungsentgelte und Dividenden, aus denen dem Unternehmen wahrscheinlich ein wirtschaftlicher Nutzen zufließen wird und deren Höhe verlässlich bestimmt werden kann, sind wie folgt als Ertrag zu erfassen [IAS 18.29-30]:

  • Zinsen: zeitproportional unter Berücksichtigung der Effektivverzinsung
  • Nutzungsentgelte: periodengerecht in Übereinstimmung mit den Bestimmungen des zugrunde liegenden Vertrages
  • Dividenden: mit Entstehung des Rechtsanspruchs auf Zahlung

Angaben Bearbeiten

Nach [IAS 18.35] muss folgendes angegeben werden:

  • die für die Erfassung angewendeten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden
  • der Betrag jeder folgenden Kategorie von Erträgen:
    • dem Verkauf von Gütern
    • der Erbringung von Dienstleistungen
    • Zinsen
    • Nutzungsentgelte
    • Dividenden
  • der in jeder dieser Kategorien erfasste Ertrag aus Tauschgeschäften mit Gütern und Dienstleistungen

Quellen Bearbeiten